Neues Ladengeschäft zum 100. Geburtstag


Birgit und Christian Dischinger mit Innenarchitekt Günter Moser in den neugestalteten Geschäftsräumen. Foto VL

Nach einer Rekordumbauzeit von nur zwei Wochen präsentiert sich die Bäckerei Dischinger nun in neu gestalteten Geschäftsräumen. Vom Boden bis zur Decke wurde praktisch alles neu. „Weg vom Supermarkt wieder hin zum Ursprung der Bäckerei“, das ist gelungen. Integriert ist jetzt ein Cafebereich mit Kinderecke, die Vitrine für Brot und Gebäck sowie die Wursttheke erhielten ein anderes Gesicht.

14 Tage liefen im Wallersdorfer Hauptgeschäft der Bäckerei Dischinger die Umbauarbeiten auf Hochtouren. Zum 100. Firmengeburtstag sollten die Ladenräumlichkeiten im völlig neuen Licht erstrahlen. Entstanden ist nun ein moderner Bäckereiverkaufsraum mit kleinem Café und einer Frischeabteilung mit dem Grundsortiment an Lebensmitteln wie Butter, Milch oder Nudeln. Der Hauptfokus liegt jedoch auf dem Verkauf der eigenen Backwaren und Konditoreierzeugnisse, genauso wie schon vor 100 Jahren.

Am 25. Juni 1912 war es Bäckermeister Kasper Dischinger, der seine Bäckerei mit Mehlwarenhandel eröffnete und damit den Grundstein für die erfolgreiche Firmengeschichte legte. In vierter Generation hat Bäcker- und Konditormeister Christian Dischinger nun die Firmenleitung inne. Doch die Grundsätze seines Urgroßvaters legt er bei seiner Firmenphilosophie nach wie vor zugrunde. „Schon mein Urgroßvater legte größten Wert auf hohe Qualität der Erzeugnisse und dies beginnt beim Einkauf der Rohmaterialien. Wenn möglich beziehen wir unsere Produkte aus der Region. Beim Weizen wird dies immer schwieriger, zumal große Mengen in unseren Breiten in Biogasanlagen als Brennmaterial verwendet werden“, merkt Christian Dischinger an. Neben bester Zutaten gewähren er und seine Mitarbeiter den Backwaren vor allem Zeit, um den vollen Geschmack reifen zu lassen.

Der Sauerteig wird in traditioneller Weise innerbetrieblich hergestellt. Ebenso das gesamte Plundergebäck. „Es ist für uns auch selbstverständlich, dass wir die Füllungen im Gebäck und die Cremes in den Torten selbst herstellen. Sogar der Pudding wird nach traditioneller Methode frisch gekocht“, unterstreicht Christian Dischinger. Der erhöhte Aufwand schlage sich allemal im besseren Geschmack nieder. Dass Dischinger-Torten ein unverkennbares Geschmackserlebnis sind, daran haben die Vorfahren des heutigen Geschäftsinhabers auch ihren Anteil. Denn viele Rezepte stammen noch vom Urgroßvater oder Großvater. Zum Beispiel das Dischinger Spezial-Sachertorten-Rezept hat Karl Dischinger sen. entwickelt und auch bei den Kunden von heute kommt die süße Spezialität sehr gut an. „Am meisten lieben unsere Kunden jedoch die Prinzregententorte, deren Rezept natürlich auch aus dem Familienfundus stammt und immer wieder verfeinert wurde“, verrät Christian Dischinger. Auch der heutige Geschäftsinhaber entwickelt immer neue Rezepte. Viele Ideen gewann er, als er als junger Meister in der Schweiz und in Südamerika Erfahrungen sammelte.

Sehr abwechslungsreich ist das Sortiment an Dischinger-Brot. Welche der insgesamt 15 Brotsorten erhältlich sind, verrät ein Brotkalender. So erhalten die Kunden einen Überblick über die Sortenfrische des Tages. Sicherlich nicht selbstverständlich ist es in einer Bäckerei ein echtes Holzofenbrot zu erhalten. Dafür hat Christian Dischinger eigens einen klassischen Holzofen bauen lassen, der nach alter Tradition angeheizt wird, um dem Natursauerbrot die unvergleichliche Geschmacksnote zu geben.

„Unser jahrzehntelanger Erfolg ist aber in erster Linie unseren Mitarbeitern zu verdanken, die unsere Philosophie mittragen und über die nötige Fachkompetenz verfügen. Das gilt nicht nur für die Mitarbeiter in der Backstube, sondern auch das Verkaufspersonal im Hauptgeschäft und den Filialen“, bekräftigt Christian Dischinger. Die Kenntnisse über die Bestandteile der einzelnen Bachwaren und deren Herstellungsweise ist dabei für jeden Mitarbeiter selbstverständlich. Ebenso die Qualitätskontrolle, die bei der Anlieferung der Rohstoffe beginnt und im Verkauf endet. „Wir alle sind uns der Verantwortung der nun hundertjährigen Tradition des Unternehmens sehr wohl bewusst. Und so wird es auch weiterhin unser aller Bestreben sein, höchste Qualität anzubieten und das erreichen wir eben nur im Zusammenspiel von handwerklichem Können und dem Einsatz moderner Technik. Vor allem ist es jedoch die Liebe zum Backen, die unsere Waren zum höchsten Genuss werden lassen“, davon ist Christian Dischinger überzeugt.